Ein Handwerk mit viel Fingerspitzengefühl: Zu Besuch bei der Dental Keramik Hennigsdorf

Ein seltenes Handwerk mit Familientradition

Familie Feige betreibt ein höchst seltenes Handwerk. Vater Jürgen und inzwischen auch Sohn Lars Feige haben sich in Hennigsdorf und der Region längst einen Namen gemacht, der für Qualität und Service steht. Mehr als 6.000 Kronen, Brücken, Spangen und Prothesen fertigt der mittelständische Betrieb mit seinen 18 Beschäftigten pro Jahr. Bürgermeister Thomas Günther und Wirtschaftsförderin Ines Hübner haben der Dental Keramik Hennigsdorf GmbH an der Veltener Straße nun einen Besuch abgestattet.

Moderne Technik – und trotzdem Handarbeit

Die Werkstätten und Labore, in denen Frauen und Männer – darunter auch einige Auszubildende – ihrem Handwerk nachgehen, wirken hell und aufgeräumt. 3-D-Drucker stellen Modelle her, eine CAD-CAM-Anlage übernimmt die Fräsarbeiten. Und doch bleibt vieles reine Handarbeit. Gefragt sind vor allem räumliches Vorstellungsvermögen und viel Fingerspitzengefühl, denn jeder Zahn ist individuell, jedes Gebiss besonders.

Auch Künstliche Intelligenz wird im Beruf des Zahntechnikers zunehmend ein Thema – vom Scannen des Gebisses bis zum Datentransport über die Cloud. Jeder Auftrag bleibt dennoch ein Einzelfall. Deshalb ist Meister Lars Feige selbst vor Ort, schaut sich Patientinnen und Patienten genau an und steht im direkten Austausch mit den rund 30 Zahnärztinnen und Zahnärzten, die seine Kundschaft zwischen Berlin und Oberhavel bilden. Sogar im eigenen Betrieb an der Veltener Straße 35 bis 37, den er nach dem Auszug der E.DIS erworben hat, steht einer der wenig geliebten Zahnarztstühle.

Kostendruck und Fachkräftemangel

Für Lars Feige ist das Handwerk trotz aller Modernisierung Feinstarbeit mit Händen und Köpfen. Gleichzeitig kämpft der Betrieb mit massiven Kostensteigerungen und Problemen bei der Personalgewinnung. Diese Themen schilderte er dem Bürgermeister und der Wirtschaftsförderin, die einige Punkte mit ins Rathaus nehmen.

„Es ist erstaunlich, wie genau und nah am Patienten die Arbeit der Zahntechniker noch erfolgt“, sagt Thomas Günther. Auch wenn ihm große Maschinen eigentlich lieber sind, staunte er über die vielen kleinen Handgriffe, die für passgenauen Zahnersatz nötig sind.

Ines Hübner interessierte vor allem, wie die Stadt dem Betrieb unter die Arme greifen kann – etwa, um die Ausbildung am Standort zu sichern. „Der Austausch vor Ort ist wichtig. Nur so wissen wir um unsere Betriebe und ihre Sorgen und können in manchen Fällen auch hilfreich sein.“

Ein Beruf mit fast künstlerischem Anspruch

Wer sich für den Beruf des Zahntechnikers interessiert, braucht keinen bestimmten Schulabschluss. Wichtig sind handwerkliches Geschick, sorgfältiges Arbeiten und räumliches Vorstellungsvermögen – schließlich entstehen hier Kronen, Brücken, Implantate und Inlays. Die Arbeit mit unterschiedlichen Materialien und der genaue Blick auf Schattierungen und Unebenheiten haben fast etwas Künstlerisches. Am Ende muss alles passen.

Jeder Zahnersatz ein Unikat

Zahntechnikermeister Feige und sein Team sind sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst. Jeder Zahnersatz ist ein Unikat – so einzigartig wie die Wünsche und Vorlieben der Patientinnen und Patienten. Die natürlich wirkenden Kronen, Brücken und weiteren Formen des Zahnersatzes werden nach Maß gefertigt, mit innovativen Technologien und handwerklichen Verfahren. Biokompatible Materialien sorgen für hohe Verträglichkeit, und die enge Zusammenarbeit mit den Zahnarztpraxen vor Ort sichert ein Höchstmaß an Qualität.

Fotos: Andrea Linne / Stadt Hennigsdorf