Wenn Stahl und Waggons am Haken hängen: Firmenbesuch bei der KRA.F.T.-Service GmbH in Hennigsdorf

In der Hennigsdorfer Philipp-Pforr-Straße ist Kraft kein Zufallsprodukt, sondern das tägliche Geschäft der KRA.F.T.-Service GmbH. Die Kernbereiche stecken bereits im Namen: Krananlagen, Fördertechnik sowie Toranlagen jeglicher Art. Bei einem Firmenbesuch machten sich Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther und Wirtschaftsförderin Ines Hübner selbst ein Bild vom Unternehmen – und staunten nicht schlecht.

Technik unter der Hallendecke

Die Anlagen der KRA.F.T.-Service GmbH sind meist dort zu finden, wo es hoch hinausgeht: direkt unter der Hallendecke. „Mit den von uns betreuten Kränen gehören wir im wahrsten Sinne zu den ‚gehobenen‘ Kreisen in der Stadt“, lacht Geschäftsführer Thomas Korth. Zu den Kunden zählen nicht nur regionale Schwergewichte wie das Hennigsdorfer Elektrostahlwerk, Alstom und Stadler, sondern auch Weltkonzerne wie Siemens. Ein Beispiel: ein Kran für Waggons und Wagenkästen, der bis zu 50 Tonnen zentimetergenau zu den Monteuren hebt.

Auch die Charité, Stadtwerke, Feuerwehren, Bauhöfe und Schulen setzen seit Jahren auf den Service aus Hennigsdorf. Das Leistungsspektrum ist breit: Stahlbau, Bauschlosserei, Statik, Projektierung, Konstruktion und Elektrotechnik bilden seit über 25 Jahren die Standbeine des Unternehmens.

Ein Familienbetrieb mit Tradition

Hervorgegangen ist die Firma aus der seit der Wende bestehenden Zeschke GmbH Kranreparatur & Stahlbau. Henry Günther übernahm das Unternehmen und entwickelte es mit seiner LEW-Erfahrung weiter, später kamen Sohn Daniel Günther und weitere Verwandte hinzu. Der familiäre Charakter prägt bis heute den Umgang im Team.

Warum Hennigsdorf?

„Wir haben hier unsere sprichwörtlichen Zelte aufgeschlagen, weil Hennigsdorf durch seine zentrale Lage sowie hervorragende Anbindung ein idealer Standort für uns ist“, erklärt Elektrotechnik-Meister Korth. Viele namhafte Kunden seien schnell erreichbar – gerade bei Noteinsätzen ein klarer Vorteil. Auch die Dichte an Industriebetrieben spiele der Stadt in die Karten.

Bürgermeister Thomas Günther bestätigt: „Industriebetriebe sind ein wichtiger Motor für eine florierende Wirtschaft mit gut bezahlten und sicheren Jobs. Wir sind froh, Firmen wie die KRA.F.T.-Service GmbH in der Stadt zu haben, weil man sieht, dass Wertschöpfung an funktionierenden Standorten keine weiten Wege braucht.“

Gegenwind und Zukunftspläne

Steigende Unternehmenskosten und Abgaben, Bürokratie, hohe Spritpreise und sinkende Investitionen der Kunden setzen auch dem Mittelständler zu. Dennoch blickt das Team optimistisch nach vorn: Die firmeneigene Bauschlosserei soll um eine Leichtbauhalle mit Drei-Tonnen-Brückenkran erweitert werden, um künftig größere Projekte stemmen zu können.

Zu den Sonderkonstruktionen des Hauses zählt laut Geschäftsführer Daniel Günther etwa eine 1.300 Quadratmeter große freitragende Überdachung mit 25 Metern Spannweite – eine Herausforderung, die zur vollen Zufriedenheit des Kunden gemeistert wurde.

Zahlen und Perspektiven

19 Beschäftigte erwirtschaften einen Jahresumsatz von 2,65 Millionen Euro. Gesucht werden laufend Elektriker, Schlosser und Metallbaumeister für unbefristete Stellen in der Region – mit Erfolgsprämien, Teamevents und vor allem kurzen Wegen und flachen Hierarchien.

Wirtschaftsförderin Ines Hübner ordnet den Besuch ein: „Wenn wir Firmen wie KRA.F.T. sehen mit kleinem Team und großer Innovationsfreude, wundert es nicht, dass Oberhavel zu den deutschlandweiten Top-Aufsteigern im Wirtschaftsranking zählt.“

Techniker Frank Falk, seit 25 Jahren im Unternehmen, bringt die Firmenphilosophie auf den Punkt: „Bei dem, was wir tun, könnte man auch als Motto prägen: heben, senken – Freude schenken!“

Fotos: Alexander Dieck / Stadt Hennigsdorf